Auf Gipfeln und durch Täler - Ausgabe 7
Wie es sich anfühlt, wenn wir eine Entscheidung längst getroffen haben und uns trotzdem noch nicht trauen, danach zu handeln.
Die Entscheidung, die ich vor mir hergeschoben habe
Anfang letztes Jahr habe ich mich zur Schriftführerin im Turnverein wählen lassen.
Ich habe meine Arbeit zuverlässig erledigt. Die Protokolle geschrieben und mich mit Vorschlägen engagiert. Klar, gab es mal Kleinigkeiten zu beanstanden. Im Großen und Ganzen war alles perfekt. Meine Arbeit wurde geschätzt, auch wenn das vielleicht nicht immer so kommuniziert wurde.
Innerlich habe ich aber schon länger gedacht: „Ich möchte das eigentlich nicht mehr.”
Ich habe hin und her überlegt.
“Kann ich mein Amt innerhalb der Wahlperiode ablegen?”
“Wie sieht denn das aus?”
“Was denken denn die anderen?”
Am Ende habe ich mein Amt niedergelegt. Manche waren überrascht. Aber die Erleichterung danach war größer als jede unangenehme Reaktion.
Wenn du dich darin wiederfindest
Könnte es sein, dass du deine Entscheidung längst getroffen hast oder tief in dir bereits weißt, was du möchtest, sie aber noch nicht ganz in dir angenommen hast?
Du spürst den inneren Widerstand. Gleichzeitig möchtest du niemanden enttäuschen.
Ohne dich, denkst du, funktioniert es nicht. Es fühlt sich unfair an, die anderen hängen zu lassen. Und Nein sagen fühlt sich unbequem an.
Plötzlich geht es gar nicht mehr um die Entscheidung selbst, sondern um Selbstführung.
Warum wir trotzdem Ja sgen
Genau dieses Muster taucht an ganz vielen Stellen unseres Lebens auf. Das kann im Job sein, in Freundschaften, in Beziehungen oder in der Familie.
Und ja, auch bei Entscheidungen, über die wir viel weniger gerne sprechen. Zum Beispiel bei einer Affäre. Auch dort ist die eigentliche Frage irgendwann nicht mehr: „Was soll ich tun?” Sondern: „Was weiß ich längst und warum bin ich noch nicht bereit, danach zu handeln?”
Was uns dann oft fehlt, ist der Mut, die eigene Wahrheit anzunehmen und danach zu handeln.
Die eigentliche Frage
Denn mit einer Entscheidung kommt manchmal etwas, das viel unbequemer ist: Konsequenzen.
Du enttäuschst vielleicht jemanden. Du veränderst ein Bild, das andere von dir haben. Du musst etwas loslassen oder Verantwortung übernehmen für etwas, das du lieber noch eine Weile verdrängt hättest.
Immer wieder denkst du darüber nach. Mit Freundinnen sprichst du darüber, holst dir Meinungen ein. Aus zehn verschiedenen Perspektiven stellst du dieselbe Frage.
Trotzdem bleibt das Gefühl, dass du eigentlich weißt, was du willst, aber der Kopf versucht, es dir auszureden.
Welche Entscheidung kennst du schon, hast sie aber noch nicht ganz angenommen?
Mehr du.
Wenn du dich gerade wiedererkennst
Ich hab neulich mit einer Kundin gesprochen, die mir erzählt hat: Sie merkt erst abends im Bett, dass sie den ganzen Tag über niemanden gefragt hat, wie es ihr eigentlich geht. Andere ja. Sich selbst nicht.
Genau das ist der Grund, warum ich meine Masterclass „Muss das wirklich dazugehören?” anbiete. Es geht darum, wieder zu spüren, was du brauchst und es auch auszusprechen.
Alle Termine und weitere Infos hier: Masterclass