Warum ich über Affären schreibe
Ich habe mehrere Affären gehabt.
Darüber zu sprechen, war für mich lange keine Selbstverständlichkeit.
Diese Geschichten gehören zu meinem Leben. Lange habe ich mich gefragt, warum ich so gehandelt habe. Heute frage ich mich etwas anderes:
Was habe ich dort eigentlich gesucht?
Ich erzähle meine Geschichte nicht, um meine Entscheidungen von damals zu rechtfertigen.
Ich erzähle sie, weil ich verstehen möchte, was dahinterlag.
Welche Bedürfnisse?
Welche Sehnsucht?
Welche Version von mir, die in meinem damaligen Leben kaum Platz hatte?
Dabei geht es mir nicht darum, anderen zu sagen, was sie tun oder lassen sollten. Ich möchte niemanden dazu bringen, zu bleiben, zu gehen, zu kämpfen oder eine Beziehung zu beenden.
Mich interessiert etwas anderes:
Was steckt hinter dem Verhalten, das wir an uns selbst am liebsten loswerden würden?
Warum sagen wir Ja, obwohl wir Nein meinen?
Warum bleiben wir, obwohl wir längst spüren, dass uns etwas nicht guttut?
Warum suchen wir immer wieder Anerkennung, Spannung oder das Gefühl, etwas bewirken zu können?
Meine Antworten darauf sind meine heutigen Antworten auf mein eigenes Leben.
Wenn ich psychologische Forschung oder Studien einbeziehe, dann nicht, um meine Geschichte nachträglich zu beweisen. Sie helfen mir, meine Erfahrungen besser zu verstehen und einzuordnen.
Was ich aus meiner Geschichte ableite, bleibt meine heutige Sicht darauf.
Ich schreibe für Frauen, die sich selbst an manchen Stellen gut kennen und sich an anderen trotzdem immer wieder selbst übergehen.
Für Frauen, die nicht nur auf ihr Verhalten schauen wollen, sondern auf das, was dahinterliegt.
Ich weiß, dass persönliche Geschichten unterschiedliche Reaktionen auslösen.
Das ist in Ordnung.
Ich freue mich über ehrliche Fragen und unterschiedliche Perspektiven.
Was mir wichtig ist:
Wir können über Verhalten sprechen, Verantwortung übernehmen und gleichzeitig aufhören, Menschen auf ihre Fehler zu reduzieren.
Genau dafür möchte ich hier Raum schaffen.