Es ging nie nur um den anderen Mann

Auf Gipfeln und durch Täler - Ausgabe 11

Was ich in meinen Affären eigentlich gesucht habe

Ich habe mehrere Affären gehabt. Lange dachte ich, es ginge um die Männer. Es ging um mich.

Lange Zeit habe ich mich vor allem gefragt, warum ich immer wieder in solche Situationen geraten bin.

Warum ich etwas begonnen habe, obwohl ich an manchen Stellen schon wusste, dass es keine gute Idee war.

Warum ich nicht einfach aufgehört habe, wenn ich gemerkt habe, dass mir die Situation nicht guttut.

Heute interessiert mich eine andere Frage viel mehr:

Was habe ich dort eigentlich gesucht?

Nicht nur einen anderen Mann.

Denn rückblickend ging es in meinen Affären um sehr viel mehr.

Ich habe dort eine Version von mir erlebt, die mir in meinem normalen Leben damals kaum begegnet ist.

Eine Version, die begehrt wurde. Die Einfluss hatte. Die etwas wagte. Die Spannung erlebte. Die etwas wollte.

Vielleicht habe ich dort auch mich selbst gesucht.

Warum ich über Affären schreibe:

Dieser Artikel ist Teil einer persönlichen Auseinandersetzung mit meinen eigenen Erfahrungen. Was dahintersteckt und warum ich heute öffentlich darüber schreibe, habe ich hier beschrieben: https://empowerunleashed.de/warum-ich-ueber-affaren-schreibe/

Am Anfang war es vor allem Lebendigkeit

Wenn ich heute zurückblicke, fallen mir zuerst drei Dinge ein:

Lebendigkeit. Begehrt werden. Spannung.

Mein normales Leben fühlte sich damals ziemlich anders an.

Ich hatte keine Ziele, die sich wirklich erstrebenswert anfühlten. Vieles war Alltag. Ich funktionierte, aber ich war nicht besonders verbunden mit dem, was ich eigentlich wollte.

Ich gab mir selbst kaum Anerkennung. Ich war eher die „liebe Nette”.

In der Affäre war ich plötzlich jemand anderes: dominant, begehrt, wirksam.

Ich merkte: Ich habe Einfluss.

Das war ein völlig anderes Gefühl als das, was ich aus meinem normalen Leben kannte.

Wenn ein Mann mich wollte, bekam ich etwas, das ich mir selbst offenbar nicht ausreichend geben konnte:

Anerkennung.

Wertschätzung.

Das Gefühl, besonders zu sein.

Irgendwann wurde noch etwas anderes wichtig: das Erobern.

Irgendwann ging es weniger um den Mann als um die Frage: Schaffe ich es?

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Wildensee Mittenwald

Besonders in meinen späteren Affären wurde das Erobern immer wichtiger.

Ich wollte einen Mann gewinnen.

Die spannende Frage war:

Schaffe ich es?

Wie weit kann ich gehen?

Wird er mich wollen?

Oder wird er mich ablehnen?

Wenn er begann, sich in mich zu investieren, war das unglaublich befriedigend.

Dann fühlte ich mich mächtig, begehrenswert, besonders und ein bisschen erfolgreich.

Im Sinne von:

Ich habe gewonnen.

Das klingt heute ziemlich nüchtern, wenn ich es so aufschreibe.

Aber genau diese Nüchternheit ist mir wichtig.

Denn rückblickend war nicht immer der konkrete Mann das eigentliche Ziel.

Wenn ich das Interesse an einem Mann verlor, suchte ich mir einen Neuen.

Was mich festhielt, war der Prozess selbst.

Das Annähern. Das Hoffen. Das Nichtwissen. Das Beobachten, ob er reagiert. Das Gefühl, dass etwas auf dem Spiel steht.

Schließlich der Moment, in dem ich wusste:

Er will mich.

Genau darüber habe ich auch mit Heidrun Klaua gesprochen

Was steckt eigentlich dahinter, wenn man eine Affäre beginnt, obwohl man schon weiß, dass es keine gute Idee ist?

Darüber habe ich mit Heidrun Klaua gesprochen.

„Warum Frauen Affären haben – obwohl sie wissen, dass es falsch ist” – mein Gespräch mit Heidrun Klaua

Warum sich das so stark anfühlen konnte

Heute verstehe ich einen Teil meiner Geschichte besser.

Wenn ich von einem Mann begehrt wurde, bedeutete das mehr als: Dieser Mann will mich.

Es konnte sich anfühlen wie:

Ich bin begehrenswert. Ich bin besonders. Ich bin interessant. Ich kann etwas bewirken.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Denn dann wird die Aufmerksamkeit eines anderen Menschen zu mehr als einer schönen Erfahrung – sie wird zu einem Beweis.

Wenn etwas zum Beweis für den eigenen Wert wird, wird es sehr schwer, darauf zu verzichten.

Bei mir könnte genau das eine Rolle gespielt haben.

Ich wollte mehr als begehrt werden. Ich wollte spüren, dass ich etwas bewirken kann.

In der Affäre hatte ich das Gefühl, wirksam zu sein.

Ich konnte einen Mann dazu bringen, sich auf mich einzulassen. Nähe herstellen. Distanz schaffen. Entscheiden, wann ich mich zurückziehe.

Ich reagierte nicht nur – ich konnte etwas auslösen.

Heute würde ich das nicht einfach als „Selbstwirksamkeit” bezeichnen. Dafür ist der Begriff zu groß.

Es war eher ein Gefühl von Wirksamkeit und Einfluss.

Vielleicht war genau das etwas, das mir in meinem damaligen Leben gefehlt hat.

Dieses Gefühl: Ich entscheide. Ich kann etwas. Ich will etwas.

Dann war da noch die Unsicherheit

Ich wusste nie genau, wie es weitergeht.

Wann würden wir uns wiedersehen? Was würde beim nächsten Treffen passieren? Wie würde er reagieren? Würde er sich melden? Würde er mich wollen? Würde er sich zurückziehen?

Diese Unklarheit war unangenehm und genau das war Teil des Reizes.

Bei mir gab es eine besondere Mischung: Ich wusste nicht genau, was passieren würde. Aber ich wusste gleichzeitig, dass Interesse da war.

Genau diese Mischung aus Hoffnung, Unsicherheit und Bestätigung erzeugte sehr viel Spannung.

Vielleicht war deshalb auch das Erobern selbst ein Teil der Belohnung.

Nicht nur der Moment, in dem ich „ihn hatte” – auch das Dazwischen.

Das Suchen, das Annähern, das Hoffen, das Nichtwissen. Das nächste Zeichen, der nächste Schritt.

Der Moment, in dem ich merkte: Es funktioniert.

Dann war da die Leere

Das ist heute vielleicht der wichtigste Punkt.

Warum war es so schwer, aufzuhören?

Ich wollte die Anerkennung des Mannes nicht verlieren.

Begehrt zu sein gab mir einen enormen Auftrieb.

Ich fühlte mich lebendig.

Ich richtete mein Leben teilweise nach der Affäre aus.

Wenn ich sie beendet hätte, wäre nicht einfach nur ein Mann aus meinem Leben verschwunden.

Es wäre ein ganzer Zustand verschwunden.

Die Spannung, die Vorfreude, das Gefühl, begehrt zu sein und Einfluss zu haben. Die Anerkennung, die Richtung, die Lebendigkeit.

Dahinter hätte etwas gewartet, dem ich mich damals nicht besonders gerne stellen wollte: Leere. Selbstzweifel. Die Angst, unbedeutend zu sein. Die Angst, dass mich keiner mag.

Wenn ich die Affäre beendet hätte, hätte ich mich diesen Gefühlen stärker aussetzen müssen.

Heute sehe ich darin einen wichtigen Punkt meiner Geschichte:

Ich hatte damals nicht nur ein Problem – die Affäre hat mir auch etwas gegeben.

Genau deshalb war sie so schwer loszulassen.

Vielleicht war die Affäre gleichzeitig Lösung und Problem

Das ist die unbequemste Erkenntnis.

Die Affäre hat mir tatsächlich etwas gegeben.

Sie hat mir Lebendigkeit gegeben, Spannung, Anerkennung, Begehrtwerden, Handlungsspielraum.

Vielleicht waren diese Bedürfnisse nie das Problem. Das Problem war, wo ich sie erfüllt habe.

Ich hatte offenbar zu wenig andere Orte in meinem Leben, an denen ich mich lebendig, wirksam, begehrt, frei oder selbstbestimmt fühlen konnte.

Also wurde die Affäre zu einem besonders starken Ort dafür.

Je mehr sie mir gab, desto schwerer wurde es, auf sie zu verzichten.

Dieser eine Mann war dabei nicht das Entscheidende. Entscheidend war, was ich mit ihm erlebte und wie wichtig mir das damals geworden war.

Genau hier beginnt heute meine Arbeit

Denn manchmal schaust du auf dein eigenes Verhalten und fragst dich: Warum mache ich das immer wieder?

Warum sage ich Ja, obwohl ich Nein meine?

Warum bleibe ich in einer Situation, die mir nicht guttut?

Warum weiß ich eigentlich längst, was ich will und handle trotzdem nicht danach?

Heute halte ich eine andere Frage für die interessantere:

Was bekomme ich dadurch?

Was gibt mir dieses Verhalten?

Welche Sehnsucht steckt dahinter?

Welches Bedürfnis?

Welche Version von mir darf dort plötzlich auftauchen?

Denn wenn wir nur versuchen, ein Verhalten loszuwerden, nehmen wir uns manchmal gleichzeitig etwas weg, das wir dringend brauchen.

Die entscheidende Frage war irgendwann nicht mehr: Wie höre ich damit auf?

Die eigentliche Frage war: Was brauche ich eigentlich, damit ich es nicht mehr brauche?

Genau dort beginnt emotionale Selbstführung.

Nicht bei noch mehr Disziplin. Nicht beim nächsten „Ich muss jetzt endlich …”. Bei der ehrlichen Frage:

Was ist gerade wirklich los mit mir?

Wenn du an einem ähnlichen Punkt stehst und merkst, dass du zwar viel über dich weißt, aber trotzdem immer wieder über deine eigenen Bedürfnisse hinweggehst, kann eine Begleitung dabei helfen, genauer hinzuschauen.

In meiner Begleitung geht es genau darum: wieder klarer zu spüren, was du brauchst, eigene Grenzen wahrzunehmen und Entscheidungen zu treffen, die wirklich zu dir passen.

Nicht schneller. Nicht härter. In deinem Tempo.

Lass uns in einem unverbindlichen Gespräch schauen, ob das für dich passt

Was ich heute anders sehe

Früher hätte ich vielleicht gesagt: Ich hätte einfach aufhören müssen.

Heute interessiert mich die Frage dahinter mehr: Was hätte ich gebraucht, damit ich aufhören konnte?

Meine Antwort lautet heute: Wertschätzung, Anerkennung und die Erlaubnis, einfach mal etwas zu machen.

Nicht ständig vernünftig zu sein. Nicht nur die liebe Nette zu sein. Nicht darauf zu warten, dass jemand anderes mir durch sein Interesse beweist, dass ich besonders bin. Stattdessen selbst herauszufinden:

Was will ich eigentlich?

Was macht mein Leben lebendig?

Wo will ich Einfluss nehmen?

Was möchte ich ausprobieren?

Was ist mir wichtig?

Vielleicht vor allem: Wie kann ich mich selbst erleben, ohne dafür die Bestätigung eines anderen Menschen zu brauchen?

Denn genau da liegt heute der eigentliche Kern dieser Geschichte.

Heute weiß ich: Ich habe damals nicht einfach einen anderen Mann gesucht.

Ich habe etwas gesucht, das ich in meinem eigenen Leben verloren hatte.

Eine Version von mir, die wollte, die wagte, die begehrt wurde, die Einfluss hatte, die sich lebendig fühlte.

Vielleicht ist die eigentliche Aufgabe heute deshalb gar nicht, diese Version von mir loszuwerden. Sie zurückzuholen.

Ohne dafür einen anderen Menschen erobern zu müssen.

Vielleicht ist genau das gerade auch dein Thema.

Wenn du merkst, dass du an einem Punkt in deinem Leben immer wieder über dich selbst hinweggehst, obwohl du innerlich längst weißt, dass sich etwas verändern muss, lass uns darüber sprechen.

Du musst dabei heute noch nicht wissen, was die Lösung ist.

Wir schauen gemeinsam, was gerade wirklich dahinterliegt und welcher nächste Schritt für dich stimmig ist.

Hier kannst du ein unverbindliches Kennenlerngespräch mit mir vereinbaren

Ich freue mich, dich kennenzulernen. 💜

Noch eine Frage an dich

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